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Studie: Welcher Sport den Blutdruck am besten senkt

Basel – Sport kann einen erhöhten Blutdruck senken und bei Menschen mit Risikofaktoren der Entwick­lung einer Hypertonie vorbeugen, davon ist eine Gruppe von Präventionsmedizinern überzeugt. Im European Journal of Preventive Cardiology (2021; DOI: 10.1093/eurjpc/zwaa141) geben sie gezielte Empfehlungen für 3 häufige Personengruppen ab.

Bewegungsmangel gehört neben einer Adipositas zu den wichtigsten zivilisatorischen Ursachen für eine arterielle Hypertonie. Zahlreiche epidemiologische Studien haben gezeigt, dass Menschen, die regel­mäßig körperlich aktiv sind, seltener an einer Hypertonie erkranken.

Belegt ist nach Einschätzung einer europaweiten Gruppe von Sportmedizinern um Henner Hanssen von der Universität Basel auch, dass sportliche Übungen einen erhöhten Blutdruck senken können. Das Team hat hierzu die Ergebnisse aus 38 Metaanalysen ausgewertet, die wiederum auf den Ergebnissen von zumeist kleineren randomisierten Studien basieren.

Die Forscher unterscheiden zwischen einem Ausdauertraining und einem Krafttraining. Beim Kraft­training wird zwischen einem dynamischen und einem isometrischen Training differenziert. Beim dynamischen Krafttraining werden Gewichte mit den Muskeln bewegt. Beim isometrischen Training werden die Muskeln angespannt, aber nicht bewegt.

Das Ausdauertraining erzielt laut Hanssen die besten Ergebnisse bei Patienten, die bereits unter einer arteriellen Hypertonie leiden. Hier kam es in den Studien zu einem Rückgang des systolischen Blut­drucks um 4,9 bis 12 mm Hg und des diastolischen Blutdrucks um 3,4 bis 5,8 mm Hg. Das Ausdauer­training könnte aus 30 Minuten Walking, Jogging, Radfahren oder Schwimmen an 5 bis 7 Tagen der Woche bestehen mit insgesamt 150 Minuten pro Woche.

Patienten mit einem hochnormalen Blutdruck von 130-139/85-89 mm Hg rät Hanssen eher zu einem dynamischen Krafttraining. In den Studien wurde ein Rückgang von 3,0 bis 4,7 mm Hg systolisch und 3,2 bis 3,8 mm Hg diastolisch erzielt.

Bei Personen mit normalem Blutdruck, die Risikofaktoren für die Entwicklung von Bluthochdruck auswei­sen, könnte dagegen ein isometrisches Krafttraining sinnvoll sein. Die Blutdruck senkende Wirkung lag laut Hanssen bei 5,4 bis 8,3 mm Hg systolisch und 1,9 bis 3,1 mm Hg diastolisch.

Beim Krafttraining kommt es wie beim Ausdauertraining darauf an, dass es regelmäßig betrieben wird. Bei den meisten Übungen halte die blutdrucksenkende Wirkung etwa 24 Stunden an, ähnlich wie bei Medikamenten, schreibt Hanssen.

 

Quelle: Ärzteblatt, 2021-05-14